Nachhaltigkeit dank Gewichtsreduktion

Hightech-Werkstoffen wie faserverstärkten Kunststoffen gehört die Zukunft, denn sie sind leicht und trotzdem äusserst robust. Ihre Verarbeitung ist aber kostenintensiv. An dieser Schnittstelle ist 9T Labs aktiv: Die Firma revolutioniert mit einem neuartigen Verfahren die gängigen Prozesse.

Bild: 9T Labs

Faserverstärkte Kunststoffe bieten optimale Stabilität bei geringem Gewicht. Je nach Anwendung sind die Fertigungszeiten aber lang und der Anteil manueller Arbeit hoch, was zu hohen Kosten führt. Dieses Dilemma zu lösen, war die Motivation der drei Firmengründer von 9T Labs, einem im Zürcher Limmattal ansässigen Start-up.

Erfolg dank Hybridverfahren

Die Firma ist spezialisiert auf die Fertigung von strukturell komplexen Teilen aus Endlosfasern und thermoplastischen Materialien – also Materialien, die nach dem Fertigungsprozess umgeformt werden können. So kann niedriges Gewicht mit den hervorragenden mechanischen Eigenschaften von Fasern kombiniert werden. In der Fertigung kombiniert 9T Labs klassische Prozesse mit 3D-Druck: Bei der Herstellung eines Bauteils wird nur mit Hochleistungswerkstoffen wie Karbonfasern gedruckt, wo das Bauelement stabil und strukturell formbar sein muss; alles rundum wird mit einem anderen Kunststoff – beispielsweise in einem Gussverfahren – ergänzt. Das kombinierte Verfahren bietet den Vorteil, dass der langsamere 3D-Druck nur eingesetzt wird, wenn absolute Genauigkeit und Belastbarkeit gefordert sind. Der Grossteil des Bauelements wird mit dem schnelleren Verfahren hergestellt.

Neuer Industriestandard als Ziel

Die Vorteile des Verfahrens liegen auf der Hand: Vergleichbare Produkte auf dem Markt werden aus Metall gefertigt. Dank der Hybridtechnologie verbaut 9T Labs weniger und leichtes Material, was zu einer Gewichtsreduktion von mindestens 50 Prozent führt. Zugleich sind die Produkte günstiger und überzeugen mit einem kleineren CO2-Fussabdruck. Gewichtsreduktion spielt vor allem bei Anwendungen in der Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie bei Sportgeräten eine wesentliche Rolle, findet aber auch im Markt der Luxusgüter immer mehr Anhänger:innen.

2022 wurden 1000 Uhrengehäuse für den namhaften Uhrenhersteller Oris in den Räumlichkeiten von 9T Labs gefertigt; Fahrradteile wie Tretkurbeln und Werfer sollen 2023 folgen, medizinisches Werkzeug und Türangeln für die Luftfahrt in den Jahren danach. Dies sind erste Schritte in Richtung Serienfertigung: Was für 3D-Druck nicht zu erreichen ist, sollte dank der Hybridtechnologie möglich sein. Eine durchgängige Digitalisierung sowie die eigene Datenbank, in der Informationen zu Produkten und Prozessen hinterlegt sind und die in Zukunft Rückschlüsse auf Bewährtes erlaubt, tragen dazu bei. Ein neuer Industriestandard eben, der 9T Labs einen klaren First Mover Advantage bringt. Und ein grosses Ziel für die 2018 gegründete, schnell wachsende und mehrfach ausgezeichnete Firma.

Innovation und Know-how sind das eine, Erfahrung und Feedback das andere: «Was Innovation oft bremst, ist nicht das fehlende Kapital, sondern das fehlende Feedback von Expert:innen und Kund:innen», ist Yannick Willemin, Director Business Development, überzeugt, denn «das erste kompetente Feedback ist mehr wert als der unmittelbare Erfolg.»

Umfassende und weiterführende Informationen zum Thema finden sich im Beitrag 3D-Druck von Komposit- und Multimaterialien.

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