Gemeinsam zukunftsfähig: Mut zum Experiment

Mut zum Experiment zahlt sich aus – auf der Bühne wie im Unternehmen: Am Zürcher KMU Innovationstag vom 7. Juli 2026 machte Claudia Schärer aus einem Datenpatzer eine Lektion über den kritischen Blick auf die eigenen Ergebnisse. In drei Workshops zum digitalen Produktpass, zum industriellen 3D-Druck und zur Kreislaufwirtschaft erhielten die rund 230 Teilnehmenden zudem praxisnahe Impulse für ihre Innovationsvorhaben.

Quelle: Amt für Wirtschaft, Kanton Zürich

Austausch, Inspiration und praxisnahe Impulse: Der Zürcher KMU Innovationstag lockte am 7. Juli 2026 rund 230 Teilnehmende in das Hauptgebäude der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK. Organisiert von der Standortförderung des Kantons Zürich, bietet der jährliche Anlass eine zentrale Plattform, um Ideen weiterzudenken, Kooperationen zu initiieren und Kontakte zu knüpfen. Die SATW war mit einem Plenumsreferat und drei Workshops vor Ort.

Vom Datenpatzer zum Erkenntnisgewinn

Im Plenumsreferat berichtete Claudia Schärer, warum sie nicht die Präsentation halten konnte, die sie eigentlich halten wollte. Geplant war nämlich eine Vorausschau auf die nächste Innovationskraftanalyse der SATW, welche ein Schlaglicht auf die Lowtech-Industrie werfen wollte. Allerdings beruhten die Beobachtungen, die vertieft werden sollten, auf einer Überinterpretation der Daten und somit auf statischen Artefakten. Dies zeigte sich in einer vertieften Analyse. Schliesslich präsentierte Claudia Schärer Erkenntnisse, was zum Datendebakel geführt hatte und erinnerte an die Wichtigkeit, Ergebnisse von vielen Seiten her zu betrachten – und mit Mut zum Experiment auf das eigene Tun zu blicken.

Abgerundet wurde das Referat durch spannende Einblicke in die Welt der Lowtech-Industrie, die in der Schweiz von einer radikalen Spezialisierung in Nischenmärkten lebt und stark von lokalen Ökosystemen profitiert, welche Synergien zwischen verschiedenen Branchen ermöglichen.

Spannende Workshops zur Vertiefung

Die SATW vermittelte drei Workshops, die einen direkten thematischen Zusammenhang mit dem Technology Outlook haben: zum digitalen Produktpass (Digital Product Passport, DPP), zum industriellen 3D-Druck und Strategien zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft.

Dominik Halbeisen (GS1 Switzerland) und Peter Krummenacher (Bloqsens AG) führten in ihrem Workshop in den DPP ein, der in der EU ab 2027 gestaffelt nach Branchen implementiert wird. Ziel des DPP ist es, mehr Transparenz in Lieferketten zu schaffen und so die Kreislauffähigkeit und den Wert von Produkten zu erhöhen. Allerdings stellt er Unternehmen vor Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich der Datenbeschaffung.

Die Teilnehmenden konnten eine stark abgekürzte Form des Prozesses vor Ort testen. Daraus entstanden DPPs zu Freitag-Rucksäcken, Notizbüchern von Moleskine, Kaffeebechern aus biobasierten Materialien, Sonnencreme und Schokoladetafeln. Im Gepäck hatten die Teilnehmenden nach dem Workshop nicht nur einen QR-Code zu ihrem DPP, sondern auch die Erkenntnis, dass der DPP Tatsache wird und Aussitzen keine Option ist.

3D-Druck ist mittlerweile weitverbreitet. Es ist faszinierend, wie aus Kunststoffspaghetti ein Objekt entsteht. Stefan Czerner (ZHAW) und Christian Leinenbach (Empa) demonstrierten, dass 3D-Druck mehr als eine Spielerei ist und in der Zwischenzeit industrielle Reife erreicht hat.

Nicht nur Kunststoff, sondern auch Metalle, Verbundwerkstoffe und Beton können gedruckt werden. Zudem steigen die Volumina der Bauräume konstant, es können immer grössere Objekte so hergestellt werden. Das Anschauungsmaterial vor Ort zeigte eindrücklich die Vorteile des 3D-Drucks auf: Einzelstücke und Kleinserien sind rentabel. Es können auch Formen und Geometrien gefertigt werden, deren Herstellung mit den klassischen Verfahren wie Giessen oder Fräsen nicht oder nur sehr aufwendig möglich ist. Das alles macht die additive Fertigung auch für die Industrie interessant.

Kreislaufwirtschaft birgt grosses Potenzial, um Prozesse in KMU ressourcen- und klimaschonender zu gestalten. Eine Umfrage bei den Teilnehmenden des Workshops zum Thema zeigte, dass in ihren Unternehmen durchaus Wissen zur Kreislaufwirtschaft vorhanden ist, die Umsetzung aber noch am Anfang steht. Patrick Geisselhardt (Swiss Recycle) präsentierte 10 RE-Strategien von RE-cycle, das in der Schweiz für verschiedene Produkte etabliert und erfolgreich ist, bis zu RE-think. Bei letzterem Ansatz geht es darum, Produkte, Dienstleistungen, Prozesse oder Geschäftsmodelle grundsätzlich neu zu gestalten, beispielsweise indem für Haushaltsgeräte ein Nutzungsrecht als Dienstleistung in Anspruch genommen wird, statt diese zu besitzen. Wichtig sind konkrete Ansätze und Hilfsmittel wie der vorgestellte Canvas Kreislaufwirtschaft, mit denen Unternehmen Kreislaufwirtschaft konkret umsetzen können. Auch kleine Schritte zählen.

Quelle: Amt für Wirtschaft, Kanton Zürich

Quelle: Amt für Wirtschaft, Kanton Zürich

Quelle: Amt für Wirtschaft, Kanton Zürich

Quelle: Amt für Wirtschaft, Kanton Zürich

Quelle: Amt für Wirtschaft, Kanton Zürich

Fotografin: Claudia Schärer

Fotografin: Claudia Schärer

Fotografin: Claudia Schärer

Fotografin: Claudia Schärer